{"id":566,"date":"2014-04-22T18:15:07","date_gmt":"2014-04-22T16:15:07","guid":{"rendered":"http:\/\/voice4sexworkers.com\/?p=566"},"modified":"2019-11-22T13:57:33","modified_gmt":"2019-11-22T12:57:33","slug":"sex-sklaven-und-der-ueberwachungsstaat-warum-menschenhandel-ein-gefahrlicher-begriff-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/en\/sex-sklaven-und-der-ueberwachungsstaat-warum-menschenhandel-ein-gefahrlicher-begriff-ist\/","title":{"rendered":"Sex-Sklaven und der \u00dcberwachungsstaat &#8211; Warum Menschenhandel ein gef\u00e4hrlicher Begriff ist"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column][vc_column_text css=&#8221;.vc_custom_1574427450913{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]\u00dcbersetzung des Artikels:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/reason.com\/archives\/2014\/04\/22\/sex-slaves-and-the-surveillanc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/reason.com\/archives\/2014\/04\/22\/sex-slaves-and-the-surveillanc<\/a><\/p>\n<p>von\u00a0Thaddeus Russell,\u00a0er\u00a0lehrt Geschichte und Amerikanistik am Occidental College. Sein neuestes Buch ist <em>A Renegade History of the United States<\/em>\u00a0(Free Press)<\/p>\n<p>Dieser Artikel erkl\u00e4rt die gef\u00e4hrlichen geschichtlichen Zusammenh\u00e4nge der Begriffe der &#8220;Wei\u00dfen Sklaverei (White Slavery)&#8221; bis hin zum heutigen &#8220;modernen Sklavenhandel&#8221;.\u00a0<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1365\" src=\"https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-300x300.jpg\" alt=\"White Slavery Rettungsindustrie Menschenhandel\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-550x550.jpg 550w, https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-500x500.jpg 500w, https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-225x225.jpg 225w, https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-200x200.jpg 200w, https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-400x400.jpg 400w, https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-600x600.jpg 600w, https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/white-slavery-rettungsindustrie-266x266.jpg 266w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h3>Sex-Sklaven und der \u00dcberwachungsstaat<\/h3>\n<p>Warum &#8216;Menschenhandel&#8217; ein gef\u00e4hrlicher Begriff ist<\/p>\n<blockquote><p>Ihr Name ist unbekannt, wie der von fast allen Opfern. Nicht \u00e4lter als ein Teenager, sie hat gro\u00dfe, Augen, die auf den Boden starren, lange gewellte Haare und blasse Haut. Sie tr\u00e4gt ein unscheinbares wei\u00dfes Kleid, was darauf hindeutet, dass sie ein unschuldiges Leben f\u00fchrte, bevor sie sich in diesem Verlie\u00df wiederfand. Sie starrt durch die Gitterst\u00e4be ihres K\u00e4figs, und weil sie sich nicht selbst retten kann, betet sie f\u00fcr ihre Rettung. Hinter ihr ein Mann mit Hut und einen lasziven L\u00e4cheln, der gebannt durch den Rauch seiner Zigarre auf seine Beute blickt. Er hat bezahlt, um sie zu vergewaltigen und sie ist machtlos und kann ihn nicht stoppen. Sie ist eine &#8220;wei\u00dfe Sklavin&#8221;.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses M\u00e4dchen ist eine verbildlichte Darstellung. Sie existierte nur in einem Bild, welches Teil einer Flut von Darstellungen im fr\u00fchen 20. Jahrhundert war, in der Heerscharen von wei\u00dfen amerikanischen M\u00e4dchen und Frauen gegen ihren Willen festgehalten und zur Prostitution gezwungen wurden. Tausende von Zeitungsartikeln, B\u00fccher, Predigten, Reden, Theaterst\u00fccke und Filme zeigten eine gro\u00dfe Schattenwirtschaft, in der Entf\u00fchrer und Zuh\u00e4lter eine gott\u00e4hnliche Macht \u00fcber junge weibliche Sexsklaven hatten. Historiker sind sich heute einig, dass diese Darstellungen gr\u00f6\u00dftenteils oder g\u00e4nzlich Erfindungen waren. Es gibt kaum einen nachpr\u00fcfbaren Beweis, dass amerikanischen Frauen entf\u00fchrt und k\u00f6rperlich in die Prostitution gezwungen wurden oder dass ein M\u00e4dchen, wie auf dem Bild, \u00fcberhaupt existierte.<\/p>\n<p>Das war nicht blo\u00df eine harmlose Verbreitung von Mythen. Die von der Bewegung gegen &#8220;Wei\u00dfe-Sklaverei&#8221; stellten Forderungen auf, die dazu beitrugen, die Befugnisse der Polizei zu erweitern und durch Anordnungen von Regierungsbeh\u00f6rden zu st\u00e4rken. Seit dem Ausbruch dieser Panik, haben diese Institutionen Hunderttausende von Frauen, die als Prostituierte arbeiteten, eingesperrt und sterilisiert, ihre Kinder von ihnen genommen, sie auf die Stra\u00dfen gezwungen und in abh\u00e4ngige Beziehungen mit m\u00e4nnlichen Kriminellen gebracht, was ihre Arbeit zu den gef\u00e4hrlichsten in der Welt machte.<\/p>\n<p>Die gleichen Beh\u00f6rden verfolgten auch schwarze, j\u00fcdische, Latinos, und asiatische M\u00e4nner, einfach aus dem Grund, weil sie intime Beziehungen mit wei\u00dfen Frauen hatten; verschlimmerten die Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen; etablierten Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle f\u00fcr einige der schlimmsten Verletzung der Regierung gegen die Privatsph\u00e4re und B\u00fcrgerrechte in der amerikanischen Geschichte; bildeten nun die Grundlage f\u00fcr den modernen \u00dcberwachungsstaat.<\/p>\n<p>Die moderne Bewegung gegen &#8220;Menschenhandel&#8221;, auch &#8220;moderne Sklaverei&#8221; genannt, ist auffallend \u00e4hnlich dem Kreuzzug gegen &#8220;<strong>Wei\u00dfe Sklaverei<\/strong>&#8221; vor einem Jahrhundert, sowohl in der Rhetorik als auch in den Auswirkungen f\u00fcr die individuelle Freiheit und Staatsmacht.<\/p>\n<p>Im Jahr 1907 startete die amerikanische Bundesregierung ihre erste gemeinsame Antwort auf die &#8220;Wei\u00dfe-Sklaverei-Panik&#8221;, als die Einwanderungskommisson der Vereinigten Staaten &#8211; bekannt als Dillingham Kommission, benannt nach ihrem Vorsitzenden, Senator William P. Dillingham von Vermont &#8211; eine 12-St\u00e4dte-Untersuchung ins Leben rief \u00fcber die &#8220;Einfuhr und Beherbergung von Frauen f\u00fcr unmoralische Zwecke.&#8221; Die Kommission fand zahlreiche im Ausland geborene Prostituierte, die auf freiwilliger Basis ihr Gewerbe aus\u00fcbten, und sie haben einige Frauen entdeckt, die &#8220;praktisch in die Prostitution gezwungen&#8221; wurden, durch Gewalt oder Androhung von Gewalt, aber sie entdeckten niemanden wie das M\u00e4dchen aus der bildlichen Darstellung.<br \/>\nDie Ermittler gaben auch zu, dass &#8220;zum Schutz gegen die rei\u00dferischen Glaubensvorstellungen, die immer weiter verbreitet waren, es am besten ist, zu betonen, dass die Ermittler dieser Kommission zu der Erkenntnis gekommen sind, dass weder alle als auch auch keine Mehrheit der ausl\u00e4ndischen Frauen und M\u00e4dchen, die in den Vereinigten Staaten Prostitution aus\u00fcben&#8230; in dieses Leben gezwungen oder verschleppt wurden. &#8220;Trotzdem reagierte die Regierung auf dieses Ergebnis mit einem immensen Schlag gegen die Handelsfreiheit, die Aufenthaltsfreiheit und der Sexualit\u00e4t, sowohl f\u00fcr die amerikanischen B\u00fcrger als auch f\u00fcr diejenigen, die in den Vereinigten Staaten lebten.<\/p>\n<p>Angetrieben von der Annahme, dass keine geistig gesunde Frau selbst w\u00e4hlen w\u00fcrde Sex zu verkaufen, au\u00dfer durch \u00fcberm\u00e4chtigen Zwang, verschmolzen Anti-Wei\u00dfe-Sklaverei-Aktivisten die imagin\u00e4re Sex-Sklaverei mit allen Formen der Prostitution und unmoralischer Sexualit\u00e4t. Obwohl nie eine Frau gefunden wurde, die gegen ihren Willen in das Land gebracht wurde, um Sex zu verkaufen, wurden Beamte der Einwanderungsbeh\u00f6rde angewiesen, dieser angeblichen Flut entgegen zu wirken, nicht nur mit der Verweigerung der Einreise f\u00fcr jede Frau, die unter Verdacht steht Prostituierte zu sein, sondern auch f\u00fcr jede Frau, die au\u00dferhalb der Ehe sexuelle Beziehungen oder Kindern geboren hatte.<\/p>\n<p>Zwischen 1907 und 1911 wurden ungef\u00e4hr 80.000 Frauen, die als Prostituierte oder sexuell unmoralisch verd\u00e4chtigt galten, aus den USA ausgewiesen. Die Einwanderungsbeh\u00f6rde beauftragt auch Undercover-Agenten um als Spione in Salons, Caf\u00e9s und Eisenbahnstationen zu arbeiten, wo man glaubte, das dort Prostituierte seien, dies diente obendrein einer Art Volksz\u00e4hlung in Rotlichtvierteln und Prostituierte sollten dazu verf\u00fchrt werden, sich direkt auf der Stra\u00dfe anzubieten.<\/p>\n<p>Typischerweise wurden Migrantinnen, die bei der Prostitution erwischt wurden, deportiert. Nach der Texas State University Historikerin Jessica R. Pliley, Autorin des demn\u00e4chst erscheinenden Buch &#8220;Policing Sexualit\u00e4t&#8221; (Kontrolle der Sexualit\u00e4t), war f\u00fcr die Einwanderungsbeh\u00f6rde &#8220;das Problem der wei\u00dfen Sklaverei in Wirklichkeit ein Problem mit ausl\u00e4ndischer Prostitution.&#8221;<\/p>\n<p>In 1909 entsandte die Einwanderungsbeh\u00f6rde seinen leitenden Wei\u00dfen-Sklaverei-Ermittler nach Europa, einen Mann namens Marcus Braun, um die Ursachen f\u00fcr den Zustrom von ausl\u00e4ndischen Prostituierten in Amerika zu ermitteln. Braun war erstaunt, dass er in London, Paris, Berlin, Moskau und Br\u00fcssel herausfand, dass Prostituierte seitens der Beh\u00f6rden und innerhalb der gro\u00dfen Mehrheit der Gesellschaft als gew\u00f6hnliche Lohnarbeiter gesehen werden. Er war noch mehr erstaunt \u00fcber die Prostituierten selbst, die ihm erz\u00e4hlt, dass sie die USA in erster Linie als lukrativer Markt sehen, da die amerikanischen Moral das Angebot der Wettbewerber beschr\u00e4nkt und damit die Preise f\u00fcr ihre Dienstleistung erh\u00f6ht. Braun stellte in seinen Forschungen fest, dass &#8211; im Gegensatz zu der damals vorherrschenden Wei\u00dfen-Sklaverei-Erz\u00e4hlung &#8211; es keine internationale Organisation von Entf\u00fchrern und Zuh\u00e4ltern gab, die die &#8220;unschuldige und tugendhafte Weiblichkeit ausbeuten&#8221;.<\/p>\n<p>Dennoch reagierte 1910 der Kongress auf die anhaltende Hysterie, indem die USA den &#8220;White-Slave Traffic Act&#8221; beschloss, besser bekannt als der &#8220;Mann Act&#8221; (benannt nach seinem Verfasser, dem Kongressabgeordneten James Illinois Robert Mann), wonach es als Verbrechen galt, Frauen &#8220;zum Zwecke der Prostitution oder Unzucht, oder f\u00fcr einen anderen unmoralisch Zweck&#8221; \u00fcber die Staatsgrenzen zu transportieren. Mann, wie die Hauptunterst\u00fctzer des Gesetzes auch, war ein treuer Republikaner, der als Verfechter der progressiven Regulierung der Eisenbahnen, das Frauenwahlrecht und der &#8220;Pure Food and Drugs Act&#8221; galt. Viele der Demokratischen Rassentrennungen in den S\u00fcdstaaten, wurden durch Geschichten von dunkelh\u00e4utigen M\u00e4nnern best\u00e4rkt, die wei\u00dfe Frauen handelten und beschafften, und eben so wurde durch Progressivit\u00e4t die Gesetzgebung unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Innerhalb kurzer Zeit verabschiedeten 45 Staaten die &#8220;Wei\u00dfe-Sklaverei-Gesetze&#8221;, die (zusammen mit Gesetzen gegen &#8220;unb\u00fcrgerliche&#8221; H\u00e4user) dazu verwendet wurden, um die meisten Rotlichtbezirken des Landes auszumerzen, Bordelle zu schlie\u00dfen, in denen Prostituierte normalerweise den Schutz der &#8220;Madams&#8221; genossen, und platzierten die Sexarbeiterinnen auf einer Strecke zwischen Armenh\u00e4usern, Besserungsanstalten und Gef\u00e4ngnissen auf den Stra\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8220;Unter diesen Umst\u00e4nden&#8221;, schreibt Ruth Rosen in <em>The Lost Sisterhood<\/em> (1983), der\u00a0grundlegenden Geschichte der amerikanischen Sex-Arbeit, &#8220;ist es nicht verwunderlich, dass Zuh\u00e4lter begannen die Durchf\u00fchrung von Prostitution zu dominieren.&#8221; Mit der rechtlichen Verbannung wurde Sexarbeit vom weiblichen Eigentum zur m\u00e4nnlichen Macht \u00fcberf\u00fchrt. Obwohl sie sicher manchmal in Bordellen ausgebeutet wurden, &#8220;so hatten die Damen und Prostituierten eine betr\u00e4chtliche Macht in ihren Beziehungen zu Kunden ausge\u00fcbt&#8221;, schreibt Rosen. &#8220;Jetzt wurde die Prostituierte leichte Beute von sowohl Zuh\u00e4ltern als auch organisierter Kriminalit\u00e4t. In beiden F\u00e4llen hat die physische Gewalt gegen Prostituierte rapide zugenommen.&#8221;<\/p>\n<p>Innerhalb der Regierungsbeh\u00f6rden, erm\u00e4chtigt von der &#8220;Wei\u00dfen Sklaverei Hysterie&#8221;, gab es das Bureau of Investigation (BOI), welches im Jahr 1908 zum Teil geschaffen wurde, um die Einfuhr und den zwischenstaatlichen Transport von Prostituierten zu untersuchen. Mit dem erweiterten Auftrag des &#8220;Mann Act&#8221; wuchs das B\u00fcro schnell, von rund 60 Agenten auf mehr als 350 innerhalb von nur f\u00fcnf Jahren, durch die Er\u00f6ffnung von &#8220;Wei\u00dfe-Sklaverei-\u00c4mtern&#8221; in jeder gr\u00f6\u00dferen Stadt im Land.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit machten &#8220;Wei\u00dfe-Sklaverei-F\u00e4lle&#8221; fast ein Drittel der Arbeit des Pr\u00e4sidiums aus. Mit der Zeit wurde 1935 das Federal Bureau of Investigation umbenannt, die Beh\u00f6rde hatte Zehntausende von Amerikanern wegen angeblicher Verletzung des &#8220;Mann Act&#8221; untersucht. Pliley hat festgestellt, dass ein betr\u00e4chtlicher Teil dieser F\u00e4lle nicht kommerzielle Verbrechen betrafen, sondern Beziehungen zwischen \u00e4lteren M\u00e4nnern und M\u00e4dchen, Ehebruch, h\u00e4ufig den Partner wechselnde junge M\u00e4dchen, und Paare unterschiedlicher ethnischer Herkunft.<\/p>\n<p>&#8220;Die Anti-Wei\u00dfe-Sklaverei-Bewegung bildete einen wichtigen Strang des Aktivismus der progressiven \u00c4ra &#8220;, Pliley schreibt, &#8220;da wurden die Schlafzimmer ges\u00e4ubert, in der gleichen Weise wie Aktivisten versuchten, die Politik, die Marktwirtschaft und die Arbeitsverh\u00e4ltnisse aufzur\u00e4umen.&#8221; Genauer gesagt, die vom BOI untersuchten F\u00e4lle von sexueller Unmoral &#8220;brachten den durchschnittlichen Amerikaner aus allen Klassen unter staatliche \u00dcberwachung.&#8221;<\/p>\n<p>Der ber\u00fchmteste &#8220;Mann Act&#8221;-Fall war die Verfolgung des schwarze Schwergewichts-Box-Weltmeister Jack Johnson, dessen &#8220;schamlose&#8221; Beziehungen mit wei\u00dfen Frauen den Zorn der BOI Ermittler und des General-Staatsanwalts von Illinois auf sich zogen. Johnson wurde f\u00fcr schuldig befunden, eine Prostituierte, mit der er eine Aff\u00e4re hatte, \u00fcber Staatsgrenzen transportiert zu haben, und er wurde zu einer Geldstrafe von 1.000 $ und einem Jahr Gef\u00e4ngnis verurteilt.<br \/>\nPliley argumentiert, dass das moderne FBI auf der Arbeit der &#8220;Wei\u00dfen-Sklaverei-Abteilungen&#8221; aufbaut, &#8220;was die BOI in eine wahrhaft nationale Ermittlungsagentur verwandelte.&#8221; Die Durchsetzung des &#8220;Mann Act&#8221;, &#8220;rechtfertige die Appelle der Untersuchungsbeh\u00f6rde an den Kongress f\u00fcr mehr Mittel und etablierte seine Autorit\u00e4t in der \u00f6ffentlichen Gesellschaft.&#8221; Am wichtigsten ist, die &#8220;Wei\u00dfe-Sklaverei-Untersuchungen&#8221; wurden ein aggressiveres Modell als die bisher existierenden f\u00fcr Bundespolizei &#8211; beide versuchten, Rechtsverletzung zu verhindern und gegen normale B\u00fcrger zu ermitteln, um damit wichtige Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle zu schaffen, dabei spielte die Beh\u00f6rde eine wichtige Rolle, welche wir heute als FBI kennen.<\/p>\n<p>Nachdem J. Edgar Hoover 1924 die Leitung des BOI \u00fcbernahm, verdoppelte er die Anstrengungen des Pr\u00e4sidiums, die &#8220;zwischenstaatliche Unmoral&#8221; jenseits kommerzieller Sitten zu kontrollieren. Durch die 1920er und 1930er Jahre, startete das Pr\u00e4sidium Zehntausende von Kontrollen und sicherte mehr als 7.000 Verurteilungen wegen F\u00e4llen von Bigamie, Ehebruch, &#8220;vorher keuschen, oder sehr jungen Frauen oder M\u00e4dchen&#8221;, oder die Beziehungen zwischen wei\u00dfen Frauen und nicht wei\u00dfen M\u00e4nnern. Solche F\u00e4lle stellten den gr\u00f6\u00dften Teil der Arbeit des Pr\u00e4sidiums in diesem Zeitraum dar. Wie Pliley es ausdr\u00fcckt, &#8220;das Wachstum der amerikanischen Staates im zwanzigsten Jahrhundert kam zu einem nicht geringen Teil durch seine Kontrolle von Frauenk\u00f6rpern.&#8221;<br \/>\nDie &#8220;Wei\u00dfe-Sklaverei Hysterie&#8221; brachte auch einen der grausamsten Verwendungszwecke der Staatsmacht in der Geschichte der USA hervor. In mehreren Staaten, bef\u00e4higte eine Verurteilung wegen &#8220;Wei\u00dfer-Sklaverei&#8221; automatisch dazu die Frau zu sterilisieren. Zwischen 1907 und 1950 wurden rund 40.000 Frauen zwangssterilisiert, die meisten wegen Prostitution oder sexueller Unmoral.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen sowohl der Begriff &#8220;Wei\u00dfe-Sklaverei&#8221; als auch die Verfolgung &#8220;unmoralischer Sexualit\u00e4t&#8221; in Verruf, und so h\u00f6rten Anklagen wegen Verletzungen des &#8220;Mann Act&#8221; praktisch auf. Aber ein neuer Grund entstand in den fr\u00fchen 2000er Jahren, der eine verbl\u00fcffende \u00c4hnlichkeit hat mit dem Schrecken, den die fr\u00fchen 1900er Jahren mit sich trugen. Nachdem nur noch sporadisch in den 1990er Jahren dar\u00fcber berichtet wurde, explodierte das Wort &#8220;Menschenhandel&#8221; in den Nachrichten und wissenschaftliche Artikel zu Beginn der \u00c4ra George W. Bush.<\/p>\n<p>Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung \u00fcber Google wurden nur 50 Ergebnisse f\u00fcr den Begriff im Jahr 1998 und 71 im Jahr 1999, aber 161 Ergebnisse im Jahr 2000, 293 im Jahr 2001, 496 im Jahr 2002, 758 im Jahr 2003 und 1.100 im Jahr 2004 gez\u00e4hlt. Die Zahl wuchs weiter auf rund 6.000 in jedem der letzten drei Jahre. Die Bewegung gegen den Menschenhandel, oder &#8220;moderne Sklaverei&#8221;, ist heute ein globales Ph\u00e4nomen, das bei weitem den Umfang der &#8220;Anti-Wei\u00dfen-Sklaverei&#8221; \u00fcbertrifft.<\/p>\n<p>Siebenundzwanzig Millionen Menschen, so wird uns von den Vereinten Nationen, zahlreichen NGOs, und dem US-Au\u00dfenministerium, gesagt, leben rund um den Globus in Leibeigenschaft. Zwar gibt es allgemeine Konsens der Wissenschaftler, dass die meisten Menschen, die gezwungen sind, zu migrieren und zu arbeiten, landwirtschaftliche und h\u00e4usliche Arbeitskr\u00e4fte sind, der L\u00f6wenanteil der Aufmerksamkeit in der Anti-Menschenhandels-Kampagne konzentriert sich aber auf die Sexarbeiter.<\/p>\n<p>Wie bei der &#8220;Wei\u00dfen-Sklaverei&#8221;, gibt es keinen Anlass zu glauben, dass die tats\u00e4chliche Zahl der Sklaven in der Welt auch nur ann\u00e4hernd so hoch ist, wie behauptet. Der Ursprung dieser Zahl wurde von einer Reihe von Wissenschaftlern und Journalisten zur\u00fcckverfolgt, allen voran Laura Agustin, Elizabeth Bernstein, Maggie McNeill, und Ronald Weitzer, die dies der Arbeit eines einzigen Mannes zuordnen: Kevin Bales, dem Gr\u00fcnder der &#8220;Free the Slaves&#8221;-Lobby-Gruppe, der die Zahl durch Sch\u00e4tzungen, Vermutungen und einer weitumfassenden Definition von &#8220;Sklaverei&#8221;, aufstellte.<\/p>\n<p>Als eine weitere Parallele, zu dem vergangenen Jahrhundert, haben mehrere Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem Menschenhandelsdiskurs und der Forderung nach Einwanderungsbeschr\u00e4nkungen identifiziert. Die neue Panik war auch Anlass f\u00fcr neue Institutionen innerhalb der kommunalen und Landesregierungen, deren eigentlicher Auftrag es ist &#8220;Menschenh\u00e4ndler&#8221; zu verfolgen, welche zu der Verfolgung von mehr Frauen f\u00fchrte, die auf freiwilliger Basis Sex f\u00fcr Geld verkaufen. In Florida pr\u00fcft der Landtag gerade einen Gesetzentwurf, welcher eine unfreiwillige psychiatrische Anstaltseinweisung von sexuell ausgebeuteten &#8220;Opfern&#8221; erlauben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Im Jahr 2000 wurde duch das &#8220;Gesetz zum Schutze vor Menschenhandel&#8221; im State Department eine Abteilung eingerichtet, zur \u00dcberwachung und Bek\u00e4mpfung des Menschenhandels, welches die Zahl von 27 Millionen &#8220;Sklaven&#8221; auf seiner Website propagiert und darauf abzielt &#8221; Auslandshilfen und \u00f6ffentliches Engagement gegen Menschenhandel zu f\u00f6rdern&#8221;. Einige dieser Auslandshilfen beinhalten Programme in Asien, in denen NGOs und lokale Regierungen verhaftete SexarbeiterInnen &#8220;rehabilitieren&#8221; indem sie zu Fabrikarbeit gezwungen werden.<\/p>\n<p>Die Geschichte von Amerikas erster &#8220;Sex Panik&#8221; sollte uns zu denken geben, bevor wir uns wieder auf etwas einlassen, dessen Nutzen wahrscheinlich bestenfalls nicht nur minimal sein wird, sondern mit ziemlicher Sicherheit mehr Frauen ins Gef\u00e4ngnis und mehr Polizisten in unser aller Leben bringen wird.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text css=&#8221;.vc_custom_1574427450913{margin-bottom: 0px !important;}&#8221;]\u00dcbersetzung des Artikels: http:\/\/reason.com\/archives\/2014\/04\/22\/sex-slaves-and-the-surveillanc von\u00a0Thaddeus Russell,\u00a0er\u00a0lehrt Geschichte und Amerikanistik am Occidental College. 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