{"id":1734,"date":"2016-06-23T14:29:53","date_gmt":"2016-06-23T12:29:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/?p=1734"},"modified":"2017-02-10T23:47:03","modified_gmt":"2017-02-10T22:47:03","slug":"brigitte-obrist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/en\/brigitte-obrist\/","title":{"rendered":"Im Gespr\u00e4ch mit Brigitte Obrist"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column][vc_row_inner][vc_column_inner][vc_column_text]<a href=\"https:\/\/editionf.com\/25-Frauen-Edition-F-2016\" target=\"_blank\">Edition F hat einen 25 Frauen Award<\/a> ins Leben gerufen. Insgesamt 750 Frauen wurden vorgeschlagen. In die engere Auswahl von 50 Frauen kam auch <a href=\"https:\/\/eidgenossin.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">Brigitte Obrist<\/a>. Die Voting-Phase f\u00fcr alle ist jetzt zwar schon rum, aber das ist kein Grund diese starke Sexarbeiterin und Aktivistin nicht vorzustellen. Bis zu Endauswahl am 14. Juli dr\u00fccken wir ihr auf jeden Fall noch die Daumen<\/p>\n<p>Sehr \u00fcberrascht war Brigitte Obrist, als sie von der Nominierung der Endauswahl des 25 Frauen Awards erfuhr. Wer sie vorgeschlagen hat, wei\u00df sie nicht. Die Macherinnen von Edition F hatte sie erst kurz zuvor kennen gelernt, als sie auf das Podium zu dem Kinofilm \u201eMuch Loved\u201c in Bern eingeladen wurde. Der Film spiegelte lediglich g\u00e4ngige Klischees \u00fcber Sexarbeit wider und stellte die Prostituierten viel zu vulg\u00e4r dar. Als sie Abends heim kam, erhielt sie die Nachricht der Nominierung.<br \/>\nAuf facebook ereiferte sich daraufhin wohl irgendeine Abolitionistin, was einen ihrer Freunde sehr irritierte.<br \/>\nGeoutet hat sich Britgitte Obrist Anfang der 90er Jahre. Damals, als noch ein deutlich liberalerer Wind durch die Staaten Europas wehte. Heutezutage w\u00fcrde sie das nicht mehr tun.<\/p>\n<p>Brigitte Obrist hatte sich in Z\u00fcrich ein Haus zum Arbeiten gemietet. Anwesend war sie von 10 Uhr vormittags bis 23 Uhr abends. Privatsender gabs noch keine, daf\u00fcr hatte sie viel Zeit zum Lesen, eines ihrer Hobbies. Brigitte bezeichnet sich selbst als Wissensjunkie, sie lese gern Sachb\u00fccher zur Juristerei, f\u00fcr mich eine eher befremdlich anmutende Leidenschaft. Ende der 1980er zur Hochphase von HIV und dem Beginn der Pr\u00e4ventionskampagnen hatte sie einen Zettel des Bundesamts f\u00fcr Gesundheit zur Aidsaufl\u00e4rung in ihrem Briefkasten. Die drei Risikogruppen: Homosexuelle M\u00e4nner, Drogennutzer_innen und Prostituierte. Dabei waren Kondome gang und g\u00e4be und nur wenige Freier fragten nach Sex ohne Gummi. Und dennoch, dass damit alle Prostituierten als \u201eRisikogruppe\u201c bezeichnet wurden, \u00e4rgerte sie so sehr, dass das der Ansto\u00df zu ihrem politischen Aktivismus war.<\/p>\n<p>1988 wurde sie in der Arbeitsgruppe der <a href=\"http:\/\/xeniabern.ch\/\" target=\"_blank\">Beratungsstelle Xenia in Bern<\/a> aktiv. \u201eDer Beobachter\u201c, eine schweizer Zeitung, wendete sich an Xenia auf der Suche nach einer Sexarbeiterin, die er f\u00fcr seine Serie \u00fcber spannende Leute portraitieren k\u00f6nne. Brigitte Obrist meldete sich, und kam mit ihrem b\u00fcrgerlichen Name und Foto auf die Titelseite. Sich selbst zu stigmatisieren und unter ihrem K\u00fcnstlerinnenname aufzutreten, das kam f\u00fcr sie nicht in Frage. Der Chefredakteur rief sie nach der Ver\u00f6ffentlichung an, dass ihre Eltern das Abo gek\u00fcndigt h\u00e4tten. Und in dem Dorf wo Obrist aufwuchs, wusste &#8216;es&#8217; dann nat\u00fcrlich auch jeder. Zwei Jahre hielt ihre Mutter ohne Kontakt zur Tochter aus.<\/p>\n<p>Dabei wusste sie es schon vorher, da sie die Taschen durchsucht hatte. Gewundert hatte das Brigitte nicht und sie erz\u00e4hlt weiter, ihre Mutter h\u00e4tte ihr im Alter von 12 Jahren mal an den Kopf geworfen \u201eDu landest mal auf dem Strich!\u201c. Der Grund: Sie hatte einen Schulfreund. Und ich frage mich, ob eigentlich allen jungen Frauen und M\u00e4dchen in einem Moment der Wut eine \u00e4hnliche Prophezeihung an den Kopf geworfen wird?<\/p>\n<p>Nach dem Outing k\u00fcndigte die Vermieterin Obrist ihre Privatwohnung, aus Angst vor den Reaktionen &amp; dem Denken der anderen Leute, weil sie \u201eso einer\u201c die Wohnung vermietet hat. Dabei versuchte das Dorf sie dazu zu bewegen, die K\u00fcndigung zur\u00fcck zu ziehen, da diese Obrist kannten und mochten.<br \/>\nSo einige Frauen wollten neugierig wissen, ob es entsprechenden Service denn auch f\u00fcr sie g\u00e4be. \u00dcberhaupt schien die Vorstellung zu herrschen, Prostituierte w\u00fcrden es \u201erund um die Uhr machen\u201c.<br \/>\nEin gro\u00dfer Vorteil des Outings war, Heimgehen zu k\u00f6nnen, wann sie es wollte und Herren empfangen zu k\u00f6nnen, wann ihr danach war. Eine Befreiung. Die Zeiten der Spekulationen waren zu Ende.<\/p>\n<p>Obrist fing an, f\u00fcr die <a href=\"http:\/\/www.aids.ch\/de\/\" target=\"_blank\">Schweizer Aidshilfe<\/a> zu arbeiten und nebenbei ein kleines Bordell zu betreiben. Zur Einweihungsfeier waren alle, von Politikern \u00fcber Freunde bis zur Verwandtschaft, eingeladen und auf den Fernsehern auf den Zimmern liefen VHS Kassetten mit Disneyfilme f\u00fcr die Kinder.<br \/>\nTage sp\u00e4ter meinte einer der Freier \u201eIhr habt aber hei\u00dfe Pornos hier!\u201c Die VHS Kassette war noch nicht ausgetauscht worden.<\/p>\n<p>Bei der Aidshilfe begann Obrist auch mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peer-Beratung\" target=\"_blank\">Peer-Arbeit<\/a>. Der Subventionsgeber wollte, dass sie auch die Stricher mitbetreute. Da sie sich aber als heterosexuelle Frau keine Kompetenzen darin zuordnete m\u00e4nnlich-homosexuelles Klientel zu betreuen, lehnte sie das dankend ab. Mann-M\u00e4nnliche Sexarbeit war bis 1995 in der Schweiz wohlgemerkt verboten.<br \/>\nGelder f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung und Professionalisierung unter Sexarbeiter_innen gab es nur \u00fcber die HIV\/Aids-Pr\u00e4ventionsschiene. Also wurden Audiokassetten zur HIV\/Aids-Aufkl\u00e4rung gleich daf\u00fcr mitgenutzt, Informationen \u00fcber die rechtlichen Regelungen zu verbreiten.<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prostitution_in_der_Schweiz\" target=\"_blank\">rechtliche Situation f\u00fcr Sexarbeiter_innen ist in der Schweiz<\/a> f\u00f6rderalsitisch geregelt. Das hei\u00dft, jeder Kanton kann sein eigenes Gesetzeswerk festlegen. In Z\u00fcrich gab es also mal eine Registrierung, die wurde auf Grund des Datenschutzes abgeschafft, nur um sie 2012 wieder einzuf\u00fchren. Grund der Wiedereinf\u00fchrung: Die Migrant_innen. Dieses Narrativ der armen und ausgebeuteten Migrantin muss auch in Deutschland als Argument herhalten: PolitikerInnen wollen Schutz durch Registrierung gew\u00e4hrleisten. \u00dcberhaupt sieht Obrist die <a href=\"https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/prostituiertenschutzgesetz-gesetz-zum-schutz-vor-prostitution-und-migration\/\" target=\"_blank\">gesetzlichen Regelungen zu Prostitution vor allem als ein Mittel der Politik an, die Migration zu lenken, sprich m\u00f6glichst zu verhindern<\/a>. Dabei d\u00fcrfen Migrant_innen aus L\u00e4ndern ohne Personenfreiz\u00fcgigkeit sowieso nur in der Sexarbeit arbeiten, wenn sie einen geregelten Aufenthaltsbewilligung besitzen. Das alles macht sie noch w\u00fctender als die G\u00e4ngelung, dass jetzt jede_r selbstst\u00e4ndige_r Sexarbeiter_in aus einem EU\/ EFTA Staat den Beh\u00f6rden einen Businessplan vorzulegen hat.<\/p>\n<p>Die Folge: Immer mehr Prostituierte arbeiten in den Kantonen mit Registrierung illegalisiert, also in fast allen Kantonen. Die kleinen Kantone, wo es offiziell keine Prostitution gibt und daher keine Gesetzgebung gibt, bilden mit ein paar wenigen gro\u00dfen Ausnahmen. Obrist findet, dass untergetaucht zu arbeiten heutzutage mit dem Internet deutlich leichter zu bewerkstelligen sei als fr\u00fcher. Ein Wink mit den Zaunpfahl gen deutscher Bundesregierung?<\/p>\n<p>In die umfassende deutsche Gesetzgebung inkl diverser Sonderparagraphen inner- und au\u00dferhalb des Strafgesetzes wird sich Obrist demn\u00e4chst einarbeiten. Das <a href=\"https:\/\/www.voice4sexworkers.com\/prostitution-themen\/prostituiertenschutzgesetz\/\" target=\"_blank\">Prostituiertenschutzgesetz <\/a>lehnt sie jedenfalls konsequent ab. Den Hurenausweis, also das Dokument, dass die Registrierung belegen soll, h\u00e4lt sie f\u00fcr total daneben. Und die folgende Zunahme der Stigmatisierung gegen einzelne Bev\u00f6lkerungsgruppen f\u00fcr gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Wie \u00e4hnlich sich die Spielfiguren in Deutschland und der Schweiz auf dem Schachfeld der Prostitution sind, wird nicht zuletzt deutlich an den Neo-Evangelikalen, die h\u00fcben wie dr\u00fcben ihr Unwesen treiben. \u201eIn der Schweiz bieten sie keinerlei konkrete Hilfe an, fangen die Sexarbeiter_innen \u00fcber den Glauben ein und fungieren letztendlich doch nur als Seelensammler.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDabei wird Sexarbeiter_innen kein Respekt verschaffen, wenn sie von vornherein als Opfer gesehen werden, ob sie nun Ausbeutung erlebt haben oder nicht. In anderen Branchen gibt es in der Schweiz gar keine Daten zu Menschenhandel, und wenn die Betroffenen erwischt werden, dann wegen Schwarzarbeit oder illegalisierten Aufenthalts. Arbeitsausbeutung ist eine Straftat, die meisten F\u00e4lle finden in der Hauswirtschaft, in der Landwirtschaft und auf dem Bau statt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>An absurden Erlebnissen mangelt es Orbist jedenfalls nicht. Ein Mann st\u00f6rte sich an der Leuchtreklame \u201eKosmetik- und Massagesalon f\u00fcr M\u00e4nner\u201c eines Bordells. Der leuchtende Schriftzug w\u00fcrde seine Frau und seine Kinder bel\u00e4stigen. Die Beh\u00f6rden hatten diesen genehmigt, aber er legte Widerspruch ein. Der Witz daran: Weder er noch seine Familienangeh\u00f6rigen konnten die Leuchtreklame von ihrem Grundst\u00fcck aus sehen, da dazwischen eine Papierfabrik stand.<\/p>\n<p>Solche Ph\u00e4nomene haben inzwischen sogar einen eigenen Namen: \u201eIdeelle Emissionen\u201c: Die Leute f\u00fchlen sich durch die reine Existenz von Sexarbeit in ihrer Nachbarschaft gest\u00f6rt. Brigitte Obrist und ich fragen uns, was in den K\u00f6pfen dieser Leute vor sich gehen mag. Schlie\u00dflich sind es letztendlich die Bilder der eigenen Fantasie, die diese Menschen st\u00f6rt, nicht die Sexarbeiter_innen oder deren Arbeit. Und als Sexarbeiter_innen sind wir nun definitiv nicht daf\u00fcr verantwortlich, was sich die Nachbar_innen in ihren Hirnkasten ausmalen. Obrist betrachtet es nicht als die Aufgabe des Staates sich um die Psychohygiene der Leute sorgen muss, nur weil die sich selbst nicht drum k\u00fcmmern.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" data-lang=\"de\">\n<p dir=\"ltr\" lang=\"de\">Wirklich aufschlussreich w\u00e4re eine Talkshow nur mit <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Sexarbeiterinnen?src=hash\">#Sexarbeiterinnen<\/a>.Einheimische, Migrantinnen, junge und alte.Ex und Aktive <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/Prostitution?src=hash\">#Prostitution<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Brigitte Obrist (@BObrist) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/BObrist\/status\/557687396582830081\">20. Januar 2015<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" async=\"\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p>Das Ergebnis erkennt Obrist im zunehmend frigideren Umgang mit Sexarbeit durch die Gesellschaft und der daraus folgenden Verdr\u00e4ngung der Rotlichtbezirke. Z\u00fcrich soll zu einer Wohlf\u00fchlkomfortzone werden, Prostitution, und gerade Stra\u00dfenstriche, passen da nicht ins Konzept. (Gehts bei Sexarbeit nicht auch um Wohlf\u00fchlen und Komfort?!) Dabei brauche Rotlicht die Schaukundschaft, da diese nicht zuletzt Sicherheit bedeutet. Die Verantwortung liegt dabei auch ganz konkret bei den Medien. Die Darstellungen sind unausgewogen und wenig offen. Am liebsten wird der Mitleidsporno rund um die ausgebeutete Migrantin oder der ausgefallene Gegenentwurf der privilegierten Edelhure gezeichnet. Offene Berichterstattung, die nicht \u00fcber Klischees arbeitet, so wie das noch zu Zeiten ihres Outings gewesen sei, das w\u00fcrde sich Obrist wirklich w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Die Zuh\u00e4lter h\u00e4tten sie damals gar nicht gewollt. Meint sie, die w\u00e4hrend ihrer Arbeit als Sexarbeiterin zur \u00fcberzeugten Feministin wurde. \u201eEhrlich gesagt, ich h\u00e4tte auch keine Lust gehabt dem jeden Monat 10 Riesen in den Arsch zu schieben, damit der sich &#8216;nen sch\u00f6nen Lenz daraus macht, f\u00fcr bisschen Papierkram mit der Krankenkasse usw.\u201c Ich finde die Politik k\u00f6nnte daraus lernen, w\u00fcrde sie Sexarbeiter_innen wie Obrist zuh\u00f6ren: Lasst uns die jungen M\u00e4dchen dieser Welt zu selbstbewussten Frauen erziehen, die sich so wenig wie Obrist scheuen f\u00fcr ihre Meinung einzutreten. Frauen, die einen Typ vor die T\u00fcr setzen, wenn er ihr versucht weis zumachen, sie sollte f\u00fcr das gemeinsame Leben Geld auf dem Strich verdienen. Und zwielichtigen Gestalten einen Vogel zeigen, die meinen, dass genau er der richtige Besch\u00fctzer sei, dessen \u201eDienstleistung\u201c viel Geld wert sei. Und auch wenn sich das nicht aus Obrists Leben ableiten l\u00e4sst: W\u00e4re f\u00fcr manche M\u00e4nner nicht gar so perspektivlos, w\u00e4re deren Interesse daran kriminell zu werden und Frauen auszubeuten auch nicht so hoch.<\/p>\n<p>Obrist begegnete ihren Kunden in erster Linie als Menschen: Nackt, ohne Hemd und ohne Hose. Damit waren der Freier frei, oder zumindest freier, von seiner Rollen als Mann. Als Sexarbeiter_in lerne man die Menschen zu akzeptieren so wie sie sind.<\/p>\n<p>Von den neo-wertkonservativen FeministInnen h\u00e4lt Obrist wenig. Vorschriften, wie man sich richtig zu verhalten habe, was hat das mit dem Feminismus zu tun, der Frauen genau von solchen Vorschriften befreien will? Und so erscheint ihr Alice Schwarzer wie ein alter Mann, denn alte M\u00e4nner tendieren auch zu einer gewissen Altersradikalit\u00e4t. Die L\u00f6sungsans\u00e4tze der wertkonservativen Feministinnen sind abgehoben und werden f\u00fcr die realen Probleme nichts bringen.<\/p>\n<p>Hat sie denn eine Vision, frag ich sie? Ja, Sexarbeit soll anerkannt werden, so wie andere Berufe auch Anerkennung genie\u00dfen. Auch ohne Ausbildung. Dabei sieht sie Sexarbeit nicht als Beruf wie jeden anderen, da jeder Beruf f\u00fcr sich speziell ist. Letztendlich empfindet sie es pers\u00f6nlich, jemanden die Nase zu putzen oder jemanden die Haare zu schneiden als intimer, als bei einer professionellen Haltung mit fremden M\u00e4nnern zu schlafen. Sexarbeit sollte als stilles Gewerbe akzeptiert werden und damit als das angesehen werden, was es ist. Sondergesetze braucht es nicht, auch nicht gegen Migrantinnen. Die Gesetze sollten Sexarbeiter_innen am besten in Ruhe lassen. Vor allem die im Strafgesetzbuch. Denn alles strafbare ist sowieso schon gesetzlich verboten.<br \/>\nUnd dar\u00fcber hinaus? Sie w\u00fcnscht sich Lohngleichheit f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner, dass Frauen nicht aufs \u00c4u\u00dfere reduziert und in ihrer Berufswahl eingeschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n<p>Auch wenn Obrist bereits vor \u00fcber 20 Jahren die Sexarbeit an den Nagel h\u00e4ngte \u2013 so merkt sie dank ihres Outings und der resultierenden Stigmatisierung, dass es hei\u00dft \u201eEinmal Hure, immer Hure\u201c. Aktivistin ist sie geblieben.<br \/>\nKraft f\u00fcr den Kampf um die Rechte von Sexarbeiter_innen tankt sie in ihrem Garten, wo sie Rosen und Tulpen zum bl\u00fchen bringt. Bei schlechtem Wetter erfreut sie sich an den Orchideen und als eingefleischter Serienjunkie schaut sie am liebsten gezielt fern, zuletzt &#8216;The Walking Dead&#8217; und &#8216;American Horrorstory&#8217;.<\/p>\n<p>Autorin: Marleen<\/p>\n<p>Dank an meine liebe alte Schulfreundin f\u00fcrs Korrekturlesen des Artikels.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/BObrist\" target=\"_blank\">Brigitte Obrist auf Twitter folgen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eidgenossin.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">Brigitte Obrist &#8211; \u00a0Ihr Blog &#8220;Eidgenossin&#8221;<\/a><\/p>\n<p>Foto: Mika Flam[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_row_inner][vc_column_inner][vc_column_text]Edition F hat einen 25 Frauen Award ins Leben gerufen. Insgesamt 750 Frauen wurden vorgeschlagen. In die engere Auswahl von 50 Frauen kam auch Brigitte Obrist. 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